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Kopfschmerzen

Vorbemerkung: Auch die Ursache von Kopfschmerzen sollte zuerst schulmedizinisch abgeklärt werden. Theoretisch kann es sich auch um eine schwerwiegende Krankheit (z.B. einen Tumor) handeln – wenngleich mit eher geringer Wahrscheinlichkeit. Die folgenden Tips ersetzen daher keineswegs eine Fachuntersuchung.

Spannungskopfschmerzen und Migräne

Am meisten verbreitet sind die Kopfschmerz-Typen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Über Migräne gibt es im Web genügend Informationen zu finden. Wir beschränken uns daher hier auf den Typ der Spannungskopfschmerzen.

Links zu Migräne:

Im Gegensatz zu den üblichen Verweisen auf Medikamente raten wir dazu, auch die Migräne unter den nachfolgend für Spannungskopfschmerzen genannten Aspekten zu betrachten, also hinsichtlich möglicher psychischer Ursachen.

Kritik von Vermeidungs-Verhaltensweisen

Ein weiterer Ansatz wird im Text zum Spannungssyndrom (TMS) vorgestellt. Nicht selten zeigen sich bei Menschen, die unter TMS leiden, auch Kopfschmerzanfälle.

Insbesondere raten wir in diesem Zusammenhang ab von Vermeidungs-Verhaltensweisen. Wie etwa: Rotwein, Schokolade, bestimmte Käsesorten — oder generell: histamin-haltige Nahrung) — würden die Schmerzattacken bewirken und seien daher zu meiden. Wie gerade bei TMS üblich nimmt der Betroffene daraufhin ein immer stärker werdendes ängstlich-vorsichtiges Ausweich- und Kontrollverhalten an und wird dem Leben gegenüber immer defensiver. Er wittert überall schon im Vorfeld Bedrohungen und potentielle Schmerzauslöser. Dies führt zu einer gewissen Charakterdisposition, die unserer Beobachtung nach erst recht zu diesen Arten von Schmerzmanifestationen führt.

Ursachenforschung

Bei Spannungskopfschmerzen ist es vordringlich, die Ursachenfrage zu klären. Generell könnte man „Streß“ nennen, aber es geht in jedem Einzelfall immer um individuelle Probleme, die völlig unterschiedlich gelagert sein können.

Wir raten, den möglichen psychischen Ursachen nachzuforschen, statt z.B. einfach nur Kopfschmerztabletten einzunehmen oder Situationen, in denen sich Spannungskopfschmerzen zeigen, generell zu meiden. Dieses Nachforschen setzt eingehende Selbstbeobachtung voraus, insbesondere in Hinblick auf bestimmte Verhaltens-Grundmuster. Wann treten die Schmerzen auf, und was ist in den Stunden davor passiert? Zu dieser zeitlichen Eingrenzung gehört auch das Wissen, daß die Spannungskopfschmerzen oft im nachhinein entstehen, also z.B. am ersten Tag des Wochenendes und eines Urlaubs.

Muskelverspannung als Indikator

Grundsätzlich ist das Auftreten erhöhter Muskelverspannung – speziell im Nacken, im Kiefer und im Rücken – ein guter Indikator. Den Betroffenen wird es aber oft schwerfallen, sich selbst ausgerechnet in diesen Situation sachlich und neutral zu beobachten. Trotzdem können durch diese Art von „Registrieren“ wertvolle Hinweise über streßhaftes Verhalten gewonnen werden.

Arbeitsstreß, Beziehungsstreß

Fast immer steckt hinter Spannungskopfschmerzen — etwas verallgemeinert gesagt — ein Problem im sozialen Umgang. Der Streß entsteht durch bestimmte Verhaltensweisen, die einem nicht gut tun, die einem aber in der Regel nicht bewußt werden. Ein Beispiel: Es kann vorkommen, daß man sich stark über jemand anderen ärgert, diesen Ärger jedoch unterdrückt, so daß man ihn womöglich gar nicht merkt. Man hat z.B. auf die Wahrung eigener Interessen verzichtet und sich einer von außen herangetragenen Anforderung untergeordnet. Kurz danach treten Kopfschmerzen auf. Es fällt nun schwer, beide Phänomene nachträglich miteinander in Verbindung zu setzen.

Was hier helfen kann, ist, sich mit geschlossenen Augen entspannt auf den Rücken zu legen und die fragliche Situation „hochkommen“ zu lassen — dabei den womöglich weggeschobenen Gefühlen und Antrieben wieder Raum zu geben und sich zu fragen, was hier schiefgelaufen ist.

Der "pflichtbewußte" Charakter

Der „pflichtbewußte“ Charakter ist prädestiniert für Spannungskopfschmerzen. Es handelt sich oft um Menschen, die sogar dann, wenn sie starke Kopfschmerzen haben, immer noch die Arbeitspflicht vor ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit stellen (indem sie die Schmerzen z.B. einfach wieder durch entsprechende, in jeder Apotheke leicht zu erhaltende Tabletten betäuben und dann wieder im selben Stil weiterarbeiten).

Der „pflichtbewußte“ Charakter ist also ein Verdränger, der subtile Empfindungen und Gefühle als lästig und störend einstuft. Er möchte lieber „funktionieren“, statt seinem Unterbewußtsein das Anrecht einzuräumen, eigene Wünsche zu artikulieren. Dies auch gerade unter dem Aspekt des sozialen Wohlverhaltens, der Anpassung an fremde Erwartungen und der gleichzeitigen Herabwürdigung eigener Lebensinteressen.

Abhilfen

Natürlich liegt es nahe, die stressende Situation gegen eine erholsame einzutauschen. Dies ist aber nicht immer möglich, und der bloße Wechsel der Situation löst nicht das in der eigenen Psyche bestehende Grundproblem, das dann zu Kopfschmerzen führt.

Streß bedeutet zuerst einmal nichts Negatives. Es handelt sich um ein wiederholtes Mobilisieren von starken psychischen und physischen Energien, wie es beim Urmenschen z.B. während tödlicher Gefahr nötig wurde. Das Bewältigen der Gefahr führte dann zum Abklingen des Stresses — Körper und Seele fand wieder zu einem Zustand ausgeglichener Ruhe. Heute wird dagegen das psychosomatische System wiederholt durch starke Belastungen „aufgeladen“, aber danach kommt es zu keiner „Entladung“. Etwa durch Abreaktion von Wut und Ärger oder allgemein durch körperliche Handlungen. Der Streß bleibt stecken und verinnerlicht sich. Der Schlaf wird schlechter, Ängste und Besorgnisse bauen sich auf, und nach und nach entwickelt sich ein permanenter ungesunder Streßpegel.

Eine gute Abhilfe sind körperliche Ausgleichssportarten, die teilweise auch starke Belastungsphasen einschließen. Es ist falsch, sich nur „schonen“ und „ausruhen“ zu wollen. Joggen, Bergsteigen, schnelles Radfahren oder Schwimmen können überschüssige Streßenergie abbauen. Es gibt in Fitneßstudios auch vermehrt Angebote, die Boxen und weitere Kampfsportarten im Sinne des Abbaus von Spannungen und Frust anbieten.

Siehe auch:


Gerd-Lothar Reschke 10.06.2010 13:32


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kopfschmerzen.txt · Zuletzt geändert: 20.06.2010 16:32 von gerdlothar

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